IM GESPRÄCH MIT… Christian Rahtjen, Photographer und Gründer der 747 Studios

Ihre Arbeit bei 747 Studios wird immer digitaler, der Computer bestimmt das Alltagsgeschäft. Und an der Spitze steht ein Mann, der die Fahne der analogen Fotografie hochhält.

 

Christian Rahtjen: Ich halte die Fahne nicht hoch, ich grabe sie gerade erst wieder aus. Im Lauf der vergangenen Jahre habe ich gemerkt, dass die analoge Fotografie immer wichtiger wird, um in der digitalen Fotografie immer besser zu werden. Im Kern geht es mir um die Handwerkskunst: Ein gutes Foto entsteht durch Reduktion, dazu zwingt mich als Fotograf die analoge Technik. Ich mache mich auf die Suche nach dem einen, dem richtigen Schuss. Ich kann mich auf keine Postproduktion verlassen, das Bild wird nie in Photoshop bearbeitet. Der Fotograf, sein Motiv und die Kamera, das sind die drei Protagonisten der analogen Fotografie. Wer sich mit ihnen befreundet, kann ein gutes Foto machen.

 

Aber die Technik wird immer besser, die Hilfsmittel werden immer einfacher. Ist analoge Fotografie da nicht ein bisschen reaktionär?

 

CR: Wir beherrschen die neuesten Techniken, das ist selbstverständlich. Fotos werden im Studio heute nicht mehr nur aus einem Schuss gemacht, sondern aus drei, vier Aufnahmen. Dann geht das Bild in die Nachbearbeitung. Diese Kombination aus Foto, CGI und Postproduktion ist unser Konzept bei 747, das können und machen wir gut. Worum es mir geht ist der Lernprozess, der im analogen Fotografieren steckt. Es ist wie mit selbstgemachter Musik, fotografieren unplugged. Der Computer ist heute aus der Musikproduktion nicht mehr wegzudenken, beim Komponieren wie beim Abmischen. Auch sehr gute Stücke können am Rechner entstehen, wie Bilder bei CGI. Aber es macht eben den Unterschied schlechthin, ob der Künstler am Computer mit Leib und Seele Musiker ist oder nicht. Nur wer Saxophon spielen kann, weiß wirklich, wie ein digitales Saxophon klingen muss.

 

Sind Sie so etwas wie der Rick Rubin der Fotografie, der Produzent, der die Musik von Johnny Cash und Eminem gleichermaßen verstand?

 

CR: Mein Anliegen ist das gute Bild. Wie ich dahinkomme, spielt nur eine sekundäre Rolle. Vor 18 Jahren habe ich begonnen, Photoshop zu lernen. Es war eine Qual, ich wollte das zuerst nicht. Mein alter Lehrherr nahm mich mit zu einem Workshop nach Amsterdam. Dort fragte mich ein Mann nach meiner Vorstellung des idealen Fotos, weil er merkte, dass ich die Software ablehnte. Ich beschrieb ihm die Bilder, die ich im Kopf hatte. Seine Botschaft war einfach: Lass Dich vom Computer nicht beeinflussen, denke an das fertige Bild und wie Du es erreichen kannst. Photoshop ist nur eines der vielen Werkzeuge auf dem Weg dorthin, aber beherrschen solltest du es. Das war wie eine Befreiung für mich. Du brauchst ein gutes Bild im Kopf! Das ist bis heute die Philosophie von 747.

 

Wenn ich heute 20 bin und Fotograf werden möchte, was muss ich von den analogen Ahnen lernen?

 

CR: Licht. Es geht ums Licht, immer. Um das Gefühl für Licht. Unsere Azubis müssen lernen, mit einer Belichtung das perfekte Bild zu machen. Das leuchtet den Digital Natives nicht immer sofort ein. Die wählen ein weiches Licht und machen den Look dann am Computer, sagen sie. Oder: Warum sollte ich mich fünf Stunden lang quälen, wenn es auch in einer geht? Das ist aber ein Irrtum. Licht kann man nicht am Computer machen, sondern nur am Set. Ich erwarte von meinen Fotografen, dass sie Licht so aufbauen können, wie sie sich es vorstellen. Das ist Feinarbeit: Licht einrichten, eine Testbelichtung machen, beurteilen, ob das in die richtige Richtung geht, an den Stellschrauben weiterdrehen. Solange, bis es passt.

 

Sie setzen bei 747 stark auf am Computer produzierte Bilder. Stehen CGI und Fotografie in Konkurrenz?

 

CR: Nein, die beiden Disziplinen ergänzen sich, deswegen bestehe ich auch so unerbittlich auf dem Handwerk des analogen Fotografierens. Denn nur gut ausgebildete Fotografen wissen, wie Licht wirklich wirken muss. Weil sie es gelernt haben. Deswegen arbeiten sie bei 747 mit den CGI-Artisten zusammen. Um den Prozess der digitalen Bildbearbeitung erfolgreich begleiten zu können, ist der sichere Umgang mit dem Licht Voraussetzung.

 

 

Kommen Sie selbst noch zum Fotografieren?

 

CR: Ja, in Amsterdam habe ich vor kurzem ein freies Home-Interior-Thema fotografiert, „blue and orange“. Mein Anspruch war, mit dem, was ich vorfand, zu arbeiten. Das ist das Gegenteil von dem, wie wir hier arbeiten. Bei 747 bauen wir uns alles so, wie wir es uns für den Kunden vorstellen. In Amsterdam habe ich fotografiert, ohne zu inszenieren. Das schult. Interessant dabei ist, dass es das eine gute Foto auch immer dann gibt, wenn man nichts verändert. Dazu muss ich mich in die Perspektiven einfühlen. Ich mache solche fotografischen Exkursionen regelmäßig, man verlernt das sonst.

 

Wer sind Ihre Vorbilder?

 

CR: Es hilft, durch Museen zu streifen und Lichtführung zu studieren, am besten natürlich bei den Bildern, die einen bewegen, ansprechen, berühren. Mein persönlicher Favorit ist Hans Hansen, ein Werbefotograf aus Hamburg. So möchte ich mal werden, dachte ich, als ich seine Fotos früher sah. Ich mache heute etwas anderes, versuche aber mit der gleichen Hingabe wie er ans Werk zu gehen.

 

Sind Sie eigentlich ein bisschen besessen?

 

CR: Ich war mit meiner Frau in Barcelona und hatte nur einen Film für eine Polaroidkamera dabei, das sind zehn Belichtungen. Ich lief die ganze Zeit mit der Kamera rum, was der Urlaubsfreude mitunter geschadet hat. Zu 99,9 Prozent habe ich die Kamera wieder zugemacht, weil das Motiv oder das Licht nicht gut waren. Am Ende kam ich mit den zehn Bildern zurück, die ich mir vorgestellt hatte. Das war großartig!

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